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... ging es dann im wahrsten Sinne des Wortes so richtig los. Ein altes Sprichwort in unserer Region lautet: „Wenn das Schwein am Haken hängt, wird erst mal einer eingeschenkt“. Was in der Regel aber nur für die Helfer galt, denn der Fleischer genoss den ersten „Kurzen“ erst, wenn die Wurst fertig abgeschmeckt war. Bis Mittag hatten die Männer den hausschlachtenen Schinken und den Bauchspeck zum Salzen für den nächsten Tag vorbereitet, das Kesselfleisch, Schwarten und Innereien für den Schwartenmagen, Leberwurst und Blutwurst gekocht. Bis zum Mittagessen mussten noch die Därme gereinigt und gebunden und das Hackfleisch, bestehend aus Fleisch und Speck, zubereitet sein. Nach der in geselliger Runde verbrachten Mittagspause ging es dann mit der Herstellung der hausgemachten Brühwürste, Schwartenmagen und den Blut- und Leberwürsten weiter. Gewürzt wurde nach Geschmack mit Salz, Majoran, Pfeffer, Piment, Kümmel und Nelken. Das Fett der geschnittenen Speckstücke wurde „ausgelassen“ und im Kessel gebraten, wobei das beliebte Griebenschmalz entstand.
Ein weiteres beliebtes Erzeugnis war die selbstgemachte Sülze, die meistens von den Frauen hergestellt wurde. Dabei verwendete man überwiegend Teilstücke mit viel Schwarte und geringen Fleischanteil. So wurden zum Beispiel oft die Spitzbeine und Vordereisbeine in einem großen Topf mit Gewürzen wie Piment, Lorbeer und Pfeffer unter Zugabe von Essig aufgekocht. Der hohe Schwartenanteil war dabei notwendig damit die Sülze seine spätere feste Konsistenz bekommt. Nach erfolgreich getaner Arbeit war aber auf jeden Fall gut feiern angesagt und dieses erstreckte sich nach einer Schlachtung oft bis in die frühen Morgenstunden des nächsten Tages. Es herrschte dabei immer eine ausgelassene Stimmung und oftmals freute man sich schon da auf ein weiteres bevorstehendes Hausschlachten. Heute ist dieses traditionelle Hausschlachten nicht mehr so einfach. Zum Einen gibt es immer weniger Familien, die bei sich zu Hause überhaupt noch Schweine groß ziehen. Zum Anderen haben immer weniger Fleischer die Erfahrung die man braucht, um ein Hausschlachten durchzuführen und zudem kommt noch hinzu, dass das Hausschlachten viel Zeit benötigt und nur wenig Lohn dafür bezahlt wird. Aus diesem Grunde wird die Tradition des Hausschlachtens kaum noch fortgeführt und ist mit Sicherheit in ferner Zukunft bald nicht mehr vorhanden. Ein Lösungsansatz bieten Fleischereien die die Möglichkeit haben, selbst zu schlachten und das Fleisch direkt nach der Schlachtung zu verarbeiten. Dies bedeutet auch, das die Produkte, die so hergestellt werden, den Produkten des Hausschlachtens geschmacklich sehr nahe kommen.
Auch in der Fleischerei Richter, geprägt durch die Vergangenheit des Firmeninhabers Roland Richter (der selbst Jahre lang Hausschlächter war), werden so die traditionellen Hausschlachtprodukte hergestellt, sei es die Hausmacher Leberwurst und Blutwurst bzw. die Leber- und Blutwürstchen oder die direkt nach dem Schlachten produzierten Gläser. Alle diese Produkte werden mit den Rezepturen hergestellt, die nach alter schlesischer Tradition überliefert wurden.

Um zu erkennen, dass unsere Produkte in den Gläsern nach den traditionellen Rezepturen der Hausschlachtung hergestellt werden, gibt es eigens ein dafür entwickeltes Traditionslogo, was die Wiedererkennung erleichtern soll. Also falls es sie interessiert mal Tradition aus der Lausitz zu schmecken und sie rein zufällig in der Nähe einer unserer Filialen sind dann besuchen sie uns doch mal und probieren ein Stück aus unserer Heimat.